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NSG Kühkopf-Knoblochsaue
Als in den Jahren 1828/29 die Rheinschleife bei Stockstadt durch einen fast 4 km langen Durchstich begradigt wurde, entstand aus der Halbinsel Kühkopf (von ,,Künigskopf"!) eine Insel. Die stillgelegte
Altrheinschlinge verlandete allmählich wegen der nur noch geringen Strömungsgeschwindigkeit, bis man dann in unserem Jahrhundert gerade noch rechtzeitig die ökologische Bedeutung der Altrheine erkannte. Durch
gezieltes Ausbaggern wird heute für einen ausreichenden Wasserdurchlauf gesorgt, und Sperren verhindern ein Leerlaufen des alten Rheinbetts bei Niedrigwasser.
Das NSG Kühkopf-Knoblochsaue ist eine Flussauenlandschaft im natürlichen Überschwemmungsgebiet des Rheins. Es setzt sich zusammen aus Wasserflächen, Schlammbereichen, Röhrichtbeständen, Auenwiesen sowie
Weichholz- (Weiden und Schwarzpappeln) und Hartholzauwäldern (u.a. Stieleiche und Ulme). Im Gebiet wurden schon ca. 250 Vogelarten festgestellt, etwa 120 Vogelarten brüten dort, u. a. der Weißstorch, der
Schwarzmilan mit vielen Paaren, der Mittelspecht, das Blaukehlchen, der Gartenrotschwanz, die Weidenmeise und der Waldkauz.
1952 wurde der Kühkopf zusammen mit der nördlich gelegenen Knoblochsaue als größtes hessisches Naturschutzgebiet ausgewiesen und ist mit seinen 2.370 ha das größte Auen-Schutzgebiet Mitteleuropas! Unter
Naturfreunden ist der Kühkopf nicht nur wegen der sumpfigen, urwaldartigen Dickichte und der Auwälder mit wilden Apfel- und Birnbäumen berühmt, sondern auch wegen seiner rund 50 Graureiherpaare, die hier mit
Wildgänsen, Kranichen und anderen Wasservögeln heimisch sind. Wer sich etwas Zeit nehmen möchte, kann auf den markierten Wegen umherstreifen (die extra ausgewiesenen Reservate dürfen nicht betreten werden).
Infotafeln geben die Lage der Tierbeobachtungsstellen an.
Weniger erfreut dürften Sie über eine andere Art Fluggetier sein, das hier in größeren Schwärmen als irgendwo sonst in Mitteleuropa auftritt: Stechmücken nämlich! Die Bekämpfung der berüchtigten
"Rheinschnaken" kommt aus ökologischen Gründen heute nicht mehr in Frage, denn ihre Larven sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für die Fischbrut in den Altwässern des Rheins. Daher sollte der
empfindliche Stadtmensch diese Gegend im Hochsommer meiden.
Wer Knoblauchduft schätzt, sollte das NSG in der Zeit von April bis Juni besuchen, wenn der Bärlauch blüht, ein Verwandter des Knoblauchs, der ja auch schließlich die Mücken vertreibt... Ob sein reiches
Vorkommen namensgebend für die Knoblochsaue war, ist ungewiß. Das Gebiet soll vor rund 500 Jahren einer Familie Knobloch gehört haben, aber auch die könnte ja nach einem Charakteristikum ihres Wohnortes benannt
worden sein...
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