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Alsbacher Schloß
Das Alsbacher Schloß trägt seinen Namen erst, seit es im 19. Jahrhundert zum beliebten Ausflugsziel der Jugenheimer und Auerbacher Kurgäste - auch der russischen Zarenfamilie -geworden war. Die Burg der
Bickenbacher war vermutlich eine Gründung von Gotffried von Bickenbach aus der Zeit um 1230. Zuvor bewohnte das Geschlecht wohl seine Stammburg auf dem Heiligenberg von Jugenheim,
ehe es sich im elften Jahrhundert auf dem Weilerhügel zwischen Bickenbach und Hähnlein niederließ, aber ebenfalls diesen Sitz aufgab, um schließlich die gesicherte Höhenburg
auf dem Alsbacher Geisberg zu beziehen.
Aus dieser Zeit stammt die annähernd·dreieckige Kernburg mit der hohen Ringmauer, an die sich die Wohngebäude anlehnten. In der Westmauer sind noch die großen sandsteingefaßten
Fenster des Palas erhalten, die einen herrlichen Blick auf die Rheinebene freigeben. Der runde Bergfried steht frei neben dem ehemaligen Zugang in der Ostmauer.
Mitte des 14. Jahrhunderts, als sich mehrere Erben die Burg teilten, begann man mit baulichen Erweiterungen. Im Süden der Kernburg entstanden die Mainzer Hofstatt und um 1370 die
südliche Vorburg mit einer Kapelle und einem Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Die Toranlage wurde auf die Westseite verlegt, schließlich um 1400 die Mauer des Bergfrieds verstärkt.
Trotzdem wurde die 1463 von den Frankfurtern genommen und niedergebrannt, weil sich zwei ihrer Besitzer, darunter ein Bickenbacher, auf eine Fehde mit der Stadt Frankfurt eingelassen
hatten. Nach dem Wiederaufbau und dem Erlöschen des Bickenbacher Geschlechts im Mannesstamm (1486) kamen die Schenken von Erbach in den alleinigen Besitz der Burg.Im
Pfälzisch-Bayerischen Erbfolgekrieg verwüsteten die Hessen unter Landgraf Wilhelm II. die Erbacher Besitzungen und erzwangen schließlich 1504 die Übergabe der Burg Bickenbach.
Unter ihrer Herrschaft wurde nach 1510 der südliche Zwinger angelegt und mit zwei Ecktürmen verstärkt sowie der Eingang mit einem doppelten Tor und Turm befestigt.Nachdem die Burg im
Dreißigjährigen Krieg der Alsbacher Bevölkerung noch Schutz geboten hatte, wurde sie danach aufgegeben und geriet in Vergessenheit.
Beachtung fand die Ruine auf dem Geisberg dann wieder im frühen 18. Jahrhundert, als die jagdbegeisterten Landgrafen von Hessen-Darmstadt sie zum Ziel ihrer ausgedehnten Paforce
-Jagden wählten. Durch die Burgen-Romantik des 19. Jahrhunderts wurde die Burg der Bickenbacher für den Tourismus wiederentdeckt und erfreut sich bis heute als Ausflugsziel großer Beliebtheit.
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